Chronik
Die Marktmusik Timelkam feiert ihr 175-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das uns mit Stolz erfüllt. Seit 1851 prägt die Musik unser Gemeindeleben und begleitet Generationen bei Festen, kirchlichen Feierlichkeiten und besonderen Momenten.
Unsere Geschichte ist reich an Tradition, getragen von unzähligen Musikerinnen und Musikern, die mit Leidenschaft, Einsatz und Gemeinschaftsgeist den Klang der Marktmusik bis heute lebendig halten. 175 Jahre bedeuten nicht nur Rückblick auf Vergangenes, sondern auch Freude auf die Zukunft – mit Musik, die verbindet.
Die Anfänge
(1839–1851)
Aus alten Aufzeichnungen des Jahres 1841 geht hervor, dass bereits seit 1839 Instrumente für die Musik angeschafft und jemandem zur Verwahrung anvertraut wurden. Im Jahr 1851 ist in den Pfarrbüchern von Oberthalheim erstmals vermerkt, dass bei kirchlichen Anlässen Musikanten aufspielten. Dieses Jahr gilt als offizielles Gründungsjahr der Musikkapelle Timelkam.
Wie in vielen Orten entstand auch unsere Kapelle durch das Zusammenspiel von kirchlichem Leben und gesellschaftlicher Freude an der Musik. Musiker aus Militärkapellen brachten damals ihre Erfahrung in die Heimatgemeinden zurück und bildeten junge Leute aus. Auch in Timelkam dürfte die Entwicklung in dieser Weise erfolgt sein. Schriftliche Aufzeichnungen aus dieser frühen Zeit fehlen jedoch weitgehend.
Neubeginn nach dem Ersten Weltkrieg
(1921)
Nach den Wirren des Ersten Weltkriegs wurde 1921 die Musikkapelle neu gegründet. Erstmals seit damals existiert eine lückenlose Chronik. Die Mitglieder leisteten einen jährlichen Beitrag von 1.000 Kronen, der aufgrund der Inflation bald auf 30.000 Kronen steigen musste.
1925 wies die Kapelle sogar einen Kassastand von über 5 Millionen Kronen auf – nach der Währungsumstellung blieben davon allerdings nur 547 Schilling.
Die Proben fanden anfangs bei den Musikern zu Hause, später im Gasthaus Heikerdinger statt. Zu dieser Zeit verfügte die Kapelle über 21 Instrumente, Noten für 15 Konzertstücke und 23 Märsche.
1932 wurden in Vöcklabruck Mitglieder der Musikkapelle Timelkam für 40- und 50-jährige Tätigkeit geehrt – ein eindrucksvolles Zeugnis für die Verwurzelung der Musik im Ort.
1934 richtete Timelkam das erste Bezirkstreffen der Volksmusik-Kapellen aus, an dem 14 Kapellen teilnahmen.
Unterdrückung und Wiederaufbau
(1938–1945)
Im April 1938 erhielt die Kapelle mit großer finanzieller Unterstützung der Bevölkerung eine neue Uniform. Doch schon wenige Monate später kam die Auflösung durch die NSDAP – wie bei allen Vereinen. Instrumente und Uniformen wurden in der Volksschule eingelagert, im Laufe des Krieges gingen die Uniformen durch eine Spinnstoffsammlung verloren, die Instrumente wurden beschädigt.
Doch unmittelbar nach Kriegsende setzte ein neuer Aufschwung ein: 1945 beauftragte Bürgermeister Seyrlehner Heinrich Strobl mit der Wiedergründung. Am 26. Mai fand bereits die erste Probe statt, und nur wenige Tage später spielte die Kapelle bei der Fronleichnamsprozession – begleitet vom Applaus amerikanischer Soldaten
Aufschwung und neue Impulse
(1950er–1960er)
Die Heimkehrerfeier im Juni 1945 markierte einen weiteren Neubeginn: Timelkam war die erste Kapelle im Bezirk, die wieder spielte.
1951 war ein 100-Jahr-Jubiläum geplant, das wegen der Bundespräsidentenwahl verschoben werden musste. Gefeiert wurde schließlich am 6. Juli 1952.
1953 gründete Kapellmeister Maurer eine Knabenkapelle – ein damals einzigartiges Projekt. Schon im gleichen Jahr trat sie beim Bundesblasmusiktreffen in Wels auf, wo sie den Ehrenpreis der Stadt erhielt. Viele weitere Auftritte, etwa beim Linzer Blumenkorso oder bei Wertungsspielen, folgten.
1959 fand unter Kapellmeister Sepp Lehermayr das erste Cäcilienkonzert im Kino Höfer statt. Dieses Konzert wurde ein voller Erfolg und bildet bis heute einen Fixpunkt im Jahreskreis.
1962 wurden 17 neue Instrumente in tiefer Stimmung angeschafft und die Kapelle erhielt neue Uniformen.
1969 konnte schließlich ein neues Probenlokal im Gemeindebauhof bezogen werden – ein großer Fortschritt.
Von der Musikkapelle zur Marktmusik
(1970er–1980er)
1975 übernahm Ernst Schacherleitner das Amt des Kapellmeisters und leitete die Kapelle 20 Jahre lang mit viel Geschick und Menschlichkeit.
1976 wurde das 125-jährige Bestandsjubiläum gefeiert – mit einem großen Bezirksmusikfest. Erstmals wurde die Kapelle in eine eigene Tracht eingekleidet, möglich durch die Unterstützung der Gemeinde und der Bevölkerung.
1984 erhielt der Verein seinen heutigen Namen: Marktmusik Timelkam.
Zwei Jahre später, 1986, entstand eine neue Tradition: das Weihnachtsblasen. Musikerinnen und Musiker zogen durch den Ort und brachten adventliche Weisen zu den Menschen – eine Geste des Dankes an die Bevölkerung, die bis heute gepflegt wird.
Neue Generation und große Feste
(1990er)
1991 veranstaltete die Marktmusik die Bezirksbläsertage im neu eröffneten Kultur- und Sportzentrum.
1992 präsentierte sich die Kapelle in ihrer heutigen Tracht beim Cäcilienkonzert.
Ein besonderer Höhepunkt war 1993 der ORF-Frühschoppen, der live aus Timelkam übertragen wurde.
1996 wurde nach fast 50 Jahren wieder ein Jugendorchester gegründet – ein wichtiger Schritt für die Nachwuchsarbeit, der bis heute Früchte trägt.
150 Jahre Marktmusik
(2001)
Von 14. bis 16. September 2001 feierte die Marktmusik Timelkam ihr 150-jähriges Bestehen. Mit großem Festprogramm, zahlreichen Gastkapellen und der Teilnahme der Bevölkerung wurde dieser Anlass zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Rechtzeitig zum Jubiläum konnte auch das neue Musikheim eingeweiht werden – ein sichtbares Zeichen für die starke Unterstützung durch Gemeinde, Land und Bevölkerung.
Heute
Rund 70 aktive Musikerinnen und Musiker prägen mit über 100 Ausrückungen im Jahr das kulturelle Leben in Timelkam und darüber hinaus.
Ob kirchliche Feiern, Vereinsveranstaltungen, Konzerte im In- und Ausland oder traditionelle Fixpunkte wie das Cäcilienkonzert und das Weihnachtsblasen – die Marktmusik Timelkam ist seit mehr als 170 Jahren ein lebendiges Stück Gemeinschaft.
Obmänner seit 1921
1921 – 1923
Franz Stiegler
1923 – 1934
Franz Kriechbaum
1934 – 1935
Karl König – Hitsch
1935 – 1936
Franz Kriechbaum
1936 – 1938
Felix Stöckl
1945
Heinrich Strobl
1945 – 1950
Hans Schinagl
1950 – 1960
Anton Ehrnleitner
1961 – 1967
Harald Mayrhofer
1967 – 1986
Maximilian Leitner
1986 – 1996
Johann Eitzinger
1996 – 2016
Alfred Lugstein
seit 2016
Gerald Klement
Kapellmeister seit 1921
1921 – 1923
Karl Lachinger
1923 – 1924
Eduard Fohler
1924 – 1931
Josef Baminger
1931 – 1933
Heribert Fohler
1933 – 1937
Christian Brandstätter
1937 – 1938
Franz Herbst
1945
Hans Seebauer
1945 – 1950
Josef Kritzinger
1950 – 1951
Johann Pesendorfer
1951 – 1955
Johann Maurer
1955 – 1957
Josef Kritzinger
1957 – 1967
Josef Lehermayr
1967 – 1975
Adolf Zopf
1975 – 1995
Ernst Schacherleitner
1995 – 2003
Andreas Hubl
seit 2003
Christoph Eckl
